Das Wort “Trauma” stammt aus der griechischen Sprache und wird mit “Wunde” oder "Verletzung" wiedergegeben. Ein psychisches Trauma wird daher als eine seelische Verletzung verstanden, die durch ein extrem belastendes und vor allem überlastendes Ereignis ausgelöst wird und sich auch in körperlichen Folgen manifestiert bzw. festsetzt.
Solche traumatisierenden Ereignisse können schwere Unfälle, Naturkatastrophen, Erfahrungen erheblicher psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt, Krieg, Folter sowie gravierende Verlusterlebnisse umfassen.
Dieses Verständnis bildet eine wesentliche Grundlage der Psychotraumatologie, die sich mit den Ursachen, Mechanismen und Auswirkungen seelischer Verletzungen befasst.
Die Definition eines Traumas variiert je nach Perspektive. Diagnoseleitfäden wie die ICD-10 der WHO definieren ein Trauma als “belastendes Ereignis von außergewöhnlicher Bedrohung oder mit katastrophalen Ausmaß, dass bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde” (WHO 2019). Dieses kann entweder ein Einzelereignis oder eine Serie von Ereignissen sein. Eine häufige Folge ist die Veränderung des Selbst- und Weltbildes.
Das DSM-5 der American Psychiatric Association beschreibt Trauma als die Konfrontation mit tatsächlichem oder drohendem Tod, ernsthafter Verletzung oder sexueller Gewalt.
Traumatische Ereignisse werden in verschiedene Kriterien eingeteilt, wobei die Dauer und die Verursachung zu den gängigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören.
Dauer
Verursachung
Die psychischen und körperlichen Reaktionen auf ein Trauma können vielfältig sein. Zu den typischen Symptomen gehören:
Diese Symptome beeinträchtigen die psychische Stabilität und das Gefühl innerer Sicherheit der Betroffenen und gehen häufig mit Kontrollverlust einher.
Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine spezifische Traumafolgestörung, bei der die genannten Symptome über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Traumatische Erlebnisse in der Kindheit haben oft besonders schwerwiegende und lang anhaltende Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit.
In der Traumapädagogik stehen die schwierigen Lebenserfahrungen der Betroffenen, wie Kinder und Jugendliche, oft im Vordergrund. Diese Erfahrungen beeinflussen jedoch nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Personen und Teams, die sie begleiten.
Definition: Sekundäre Traumatisierung
Sie beschreibt eine Belastung, die durch das Wissen über traumatische Ereignisse anderer Personen ausgelöst wird. Ursache ist die emphatische Öffnung in der Begegnung gegenüber dem Klientel. Dies bedeutet, dass auch Menschen ein Trauma erleiden können, ohne selbst bedroht oder verletzt worden zu sein. Eine sekundäre Traumatisierung umfasst verschiedene Prozesse, durch die Helfer von traumatisierten Menschen psychische Symptome entwickeln.
Das Anhören von traumatischen Erlebnissen oder das Mitfühlen von Opfern kann zu ähnlichen Reaktionen führen wie bei den direkt Betroffenen. Wer mit traumatisierten Menschen arbeitet, ist durch die wiederholte Exposition einer hohen Belastung ausgesetzt.
Helfer, darunter Pädagogen und Pädagoginnen, können durch Berichte, Akten oder Bilder von extremen Erfahrungen überwältigt werden, ohne selbst Zeuge der Ereignisse gewesen zu sein. Das kann Gefühle auslösen, wie
Sie umfassen mangelnde Strategien zur (Stress-)bewältigung, eigene primäre Traumatisierungen und psychische Erkrankungen. Schutzfaktoren beinhalten den Austausch mit anderen, soziale Unterstützung und eine adäquate berufliche Vorbereitung.
Neben dem bereits genannten Gefühlen können vermehrte Konflikte am Arbeitsplatz, Krankenabwesenheiten, ständige Anspannung und eine verminderte Fähigkeit zur Stressbewältigung auftreten. Diese Belastungen wirken sich letztendlich auf das ganze Team aus, was zu Desorganisation und Misstrauen führen kann.
Es ist ratsam, eine regelmäßige Überprüfung der Belastungssymptome durchzuführen und eine traumasensible Organisationsstruktur zu fördern. Diese traumasensiblen Arbeitsstrukturen fördern sowohl innere als auch äußere Sicherheit. Eine Kultur der Selbstsorge kann daher präventiv wirken und die pädagogische Arbeit unterstützen.